Werte Lesende, in meinem heutigen Ritt ins Blau möchte ich Ihnen eine hochspannende Historikerin vorstellen, die die ausgetrampelten Pfade der Geschichtswissenschaft definitiv verlassen hat. Lange Zeit hat sie auf diesen selbst ordentlich mitgetrampelt, jetzt aber haust sie in einer kleinen Höhle in Georgien. Wer ist diese Historikerin? Wieso ist ihr Werk wert, hier besprochen zu werden? Und was sucht sie in dieser Höhle? Fangen wir vorne an: Ihr Name ist Senke Kaufheuser. Sie wurde 1959 im ostwestfälischen Olfen (Lippe) in eine „bürgerlich-spießige Familie“ geboren – die angeführten wörtlichen Zitate stammen aus ihrem autobiographischen Essay „Mein (Er)Leben. Betrachtungen“, erschienen bei Kampmeier und Ols 2018. Ihre Eltern waren beide vertrieben worden, aus Schlesien und aus Mähren. Der Vater arbeitete beim örtlichen Chemieunternehmen „in der Vulkanisierung“, während ihre Mutter „wie in der Dr.-Oetker-Werbung für Vatti kochen musste“. Es habe etwas mit ihr gemacht, so aufzuwachsen...
Liebe Leser*innen, diese Reportage erreicht uns über unser anonymes Postfach. Es handelt sich offenbar um ein Skript für eine Fernsehreportage. Hoffentlich kommt das beim Lesen auch genauso rüber wie beim Ansehen. Naja. Lesen Sie selbst! Die Nordsee. Gigantische Wassermassen. Und wir mittendrin. Genauer gesagt: Auf der MS Omnibus, einem sogenannten Bergungsschiff. Und ich darf live dabei sein. Eigentlich wäre ich gern auf der „Monster von Gibraltar“ mitgefahren, aber sie wollten mich nicht dabei haben. Die MS Omnibus hat nicht so viele Aufträge wie die Monster von Gibraltar, und deshalb hatte man kein Problem damit, daß ich mitkomme. Die Brücke des 100-Meter-Schiffs. Hier laufen alle Fäden zusammen. Fehler darf sich hier keiner leisten. Kapitän Zwulf Feddersen hat schon einiges erlebt: „Jau, an sich bin ich Quereinsteiger. Ich habe früher aufm Schrottplatz gearbeitet, nich wahr. Aber man wird ja auch älter, und das geht ganz schön auf den Rücken...