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Ritt ins Blau – fünfzehnter Teil: Mathias Bargeleit: Zum Scheitern verurteilte Tiere

Geneigter Leser, Sie haben es in der Hand – mich haben viele Zuschriften erreicht, ich solle das Sachbuch „Zum Scheitern verurteilte Tiere“ aus der Sicht eines selbst zum Scheitern Verurteilten bewerten. Damit kann ich nicht dienen, bewerte das Werk aber alternativ aus der Sicht einer als gescheit Beurteilten, wenn mir dieses Wortspiel erlaubt ist.
Sind aus Bargeleits Sicht übervorsichtig: Erdmännchen











Das bereits genannte Buch „Zum Scheitern verurteilte Tiere“ des Tierpsychologen Mathias Bargeleit ist aus meiner Sicht eine Abrechnung mit der Tierwelt. Der frühverrentete Bargeleit, der in seinem Leben viele harte Brote schlucken mußte, („um mich in die Psyche der Enten hineinzudenken“1 – Zum Scheitern verurteilte Tiere, Vorwort), geht in seinem literarischen Erzeugnis nicht zimperlich um mit seinen einstigen Patienten. Minutiös führt er aus, wo die Schwächen von ihm besonders verhaßten Animalien liegen. Dabei spart er nicht mit beißendem Spott. Spott, der letztlich auf ihn zurückfällt, weil sich die meisten von ihm Beschriebenen nicht wehren können – tief sind offenbar die Wunden, die mißhandelte Zirkuselefanten, seelisch vernarbte Kanarienvögel und ausgesetzte Dalmatiner seiner eigenen Psyche zugefügt haben!
Lassen sich beifangen: Delphine












Ein Dorn im Auge sind Bargeleit zum Beispiel Schafe. Ausgerechnet Schafe, möchte man einwenden, die sind ja wohl die Harmlosigkeit in Person. Aber genau darüber regt Herr Bargeleit sich auf: „Schafe sind nicht in der Lage, sich gegen Angreifer zur Wehr zu setzen. Im Gegenteil, mit ihrer überaus dämlichen Art, zu fliehen – sie hüpfen einmal zur Seite – wecken sie erst den Jagdtrieb im größten Freßfeind, dem Wolf.“ So weit, so informativ – doch Bargeleit setzt noch eins drauf: „Selber Schuld, Schafe!“ Hier kann ich dem Autor nicht mehr folgen. Was bezweckt er damit? Ein anderes Beispiel: Fliegen. Gut, werden Sie sagen, Fliegen sind wirklich sehr nervige Tiere. Das ist aber nur indirekt der Anstoßpunkt für Mathias Bargeleit, der in seiner Jugend bereits Hahnenkämpfe organisierte und schließlich Tierpsychologe wurde, „weil ich glaubte, es wiedergutmachen zu müssen. Heute weiß ich es besser!“ (Ebenda, S. 47)

Lassen sich schlachten: Gänse
Zu den Fliegen führt er also aus: „Diese unglaublich unintelligenten Tiere können vom Schöpfer nicht ernstgemeint sein. Zwar finden sie den Weg durch jede noch so kleine Öffnung eines mit einem Fenster ausgestatteten Zimmers, der Weg zurück in die Freiheit bleibt ihnen jedoch für lange, viel zu lange Zeit versperrt. Unzählige Zimmernutzer können ein Lied davon singen, wie nervig dieser Freiheitskampf ist.“ (Ebenda, S. 63) Letztlich hat Bargeleit aber an allen Tieren etwas auszusetzen: Hunde (interpretieren menschliche Angst als Bedrohung, jagen ihrem eigenen Schwanz hinterher), Rehe (lassen sich leichtfertig überfahren), Schwarze-Witwen-Männchen (lassen sich von Gattin verspeisen), überhaupt alle potentiellen Beutetiere (lassen sich fressen), Aasfresser (fressen totes Tier!), alle gefährdeten Tierarten (lassen sich gefährden) und posthum auch die ausgestorbenen Tiere (ließen sich ausrotten). Dieses Buch ist ein Psychogramm eines schwer Gestörten, die Lektüre ist stellenweise amüsant, stellenweise sollte man es sich nur in Anwesenheit eines Psychologen zu Gemüte führen. Kaufen Sie es (nicht)!

Gegen Möwen hat Bargeleit nichts einzuwenden







Bargeleit, Mathias: Zum Scheitern verurteilte Tiere, Deutsche Fleischerinnung (Hg.), Detmold 2014.

1Die Redaktion gratuliert zur 10. Verwendung dieses Witzmusters.

Gisela Lurigk-Meische

Verehrte Leserinnen und Leser, 
wie Sie wissen, weilt unser langjähriger Kulturredakteur Wilhelm Brannt nicht mehr unter uns. Sein Nachfolger wird gerade angelernt und hat so lange striktes Publizierverbot. In Kürze werden Sie ihn aber kennenlernen. In der Zwischenzeit betreut unsere liebe Kollegin Gisela Lurigk-Meische die Rubrik "Ritt ins Blau".
- Chefred.


Kommentare

Anonym hat gesagt…
Also ich weiß nicht, irgendwie find ich das scheiße! Genau, so richtig scheiße!
Anonym hat gesagt…
Ich muss hier mal was los werden! 1. warum denkt ihr euch scheinbar immer die bücher aus, die ihr hier rezensiert: wenn man bei google den buchtitel "zum scheitern verurteilte tiere" oder "mathias bargeleit" eingibt, kommen keine treffer.
2. den herausgeber des buches gibt es auch nicht
3. warum sind die bücher, die ihr hier vorstellt, immer soooo bescheuert? und zwar immer die gleiche art und weise bescheuert?
4. was ist denn nun mit diesem wilhelm brannt? tot oder nicht? auf jeden fall ist das pietätslos, was ihr da macht mit dem.

so, das musste mal gesagt werden.

herzlichst,
Ingebernd Deinfalter
Christoph Teusche hat gesagt…
Und warum, könnte ich entgegensetzen, schreiben Sie unter Pseudonym?
Ach, da sind Sie jetzt ganz kleinlaut, wie?
Nur weil ein Buch nicht bei der Google-Suche erscheint, heißt das nicht zwangsläufig, daß es es nicht gibt (aber es ist sehr wahrscheinlich).
Und was genau ist so pietätlos? Immer diese haltlosen Vorwürfe. Sie machen mich krank!
Brunus, -a, -um hat gesagt…
Ich mus sagen finde die Thematik Sehr spannend. Mein Hund heißt Volker.
Ole Ölmöller hat gesagt…
Wayne? Außerdem: WTF?
Oggo Blöwisch hat gesagt…
Mag jemand hier Schmelzkäse haben? Habe in einer ziemlich ekelhaft aussehenden Mülltonne mindestens 500 kg davon gefunden. Die Hälfte davon habe ich schon wegschnabuliert, die andere Hälfte würde ich verschenken. Mag wer?
Anonym hat gesagt…
Hey Oggo, ich nehme gute Kloschüssel voll davon.
Elisa Kneupel hat gesagt…
Ich will auch, ich will auch! Ich habe mich gerade intensivst erbrochen, jetzt ist mein Magen wieder frei für neue Späße. Könnte man den Schmelzkäse vielleicht schon mal anschmelzen und einen fußballgroßen Klumpen draus formen? Ich will gerne versuchen das in einem Stück runterzuwürgen :)
Justus Matereit hat gesagt…
Was ist hier schon wieder los???
Jürgen Teusche hat gesagt…
@Christoph Teusche: Wer reitet so spät durch nacht und wind? es ist der KREM, er ist scheiße!!!!!

R-O-F-L-R-O-F-L-R-O-F-L-IOI-R-O-F-L-R-O-F-L-R-O-F-L
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Kannst du dich an mich erinnern, Christoph? Denk mal ganz scharf nach!
Günther Jauch hat gesagt…
Ihn! Was für widerliche Dreckschweine hier meinen Lesegenuss beeinträchtigen! Das ist ja RTL-Niveau!
Wi-der-lich!
Ole Ölmöller hat gesagt…
Ich hätte auch gern Schmelzkäse, aber ich brauche Unmengen! Schmelzkäse ist ein gutes Material für die Fassadendämmung, habe ich gelesen.
Christoph Teusche hat gesagt…
Na, das würde ich aus meiner Sicht noch mal überprüfen, bevor sie Schmelzkäse bestellen. Mich würde auch wundern, wenn Sie das groß günstiger kommt als Mineralwolle oder zumindest Polystyrol.
Panlauk Palmtree hat gesagt…
Ah, Herr Teusche, geht's noch? Beteiligen Sie sich doch nicht an dieser unwürdigen Debatte!
Ida Oberstein hat gesagt…
Naja, als Debatte würde ich das ja nicht gerade bezeichnen...
Hans Leiblow hat gesagt…
Naja, als unwürdig würde ich das ja nicht gerade bezeichnen...
Ulaf Wetuzig hat gesagt…
Naja, als Herrn Teusche würde ich ihn ja nicht gerade bezeichnen...
Christoph Teusche hat gesagt…
So heiße ich aber!