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Es werden Posts vom Juni, 2013 angezeigt.

Ritt ins Blau – Zweiter Teil: Ultrabahn

Die Ultrabahn – nächster Halt: Fortschritt?
Werte Leserschaft, ich möchte Ihnen heute ein neues Buch zu Gemüte führen. Es handelt sich um eine Science-Fiction-Novelle des namhaften Philosophen und Soziologen Kiter Verbel, der hier mit den Ängsten der Menschen vor Fremdem und aber auch mit der Eisenbahn spielt. Zunächst möchte Ihnen eine Inhaltsangabe angedeihen lassen:
Wir schreiben das Jahr 2015. Die neueste Errungenschaft der Zivilisation ist die so genannte Ultrabahn.

Wie geht Qualitätsjournalismus? #6: Lifestyle

Liebe Leser_innen, liebe Leser,
Ich bin Lila Kohns und heiße euch ganz herzlich willkommen in unserem Ressort Fashion :-) Hier bei uns wird über den alltäglichen Irrsinn, die ganz großen Gedanken, über die neuesten Modetrends, aber auch einfach über das Schöne im Leben geschrieben. Mir zur Seite stehen Justus Matereit und Aygül Yıldırım. Wir drei sind häufig unterwegs, vor allem an Orten, wo viel passiert und wo interessante Menschen sind :-) Menschen, die individuell sind und Geschichten zu erzählen haben. Ich glaube aber, ein Steckbrief von mir, kann am besten erzählen, wer ich bin.

Da verstand ich

Der freundliche Herr, zu dem wir gehen sollten, zeigte uns einen sehr gemütlichen Raum, in dem man liegend speisen konnte. Es standen verzierte und gepolsterte Sitz- und Liegemöbel bereit. Der Raum war bereits für die Feierlichkeit ausgerichtet, für die wir ihn mieten wollten. Hoffentlich war es unserem Meister nicht zu luxuriös. Ich ging in die Stadt, um Besorgungen zu machen. Ich würde meiner Familie gerne eine Nachricht zukommen lassen, wo ich war und wie es mir ging. Ich hatte sie ewig nicht gesehen. Der Kleine sah bestimmt schon völlig anders aus – ob er mich wiedererkennen würde? Aber den anderen, mit denen ich reiste, ging es genauso. Ich verstand mich gut mit ihnen, sie waren alle nett. Uns verband ein gemeinsames Gefühl der Erhabenheit. Wir hielten uns für Gelehrte, Eingeweihte, aber doch mit den Menschen auf der Straße verbunden. Vielleicht könnte man sagen: Wir waren erhaben durch Freundlichkeit, in dem Sinne, daß wir freundlich zu allen waren und alle unsere Freundlichke…

Wie geht Qualitätsjournalismus? #5: Sport

Ein ganz herzliches Hallo und Willkommen im sportlichsten Ressorts des KREMs, dem Sport-Ressort. Mein Name ist Malte Lüwers, ich bin hier der Ressortleiter. Ganz nach dem Grundsatz „Sport findet statt, wenn man eine Sportplatz hat. Sport gibt des nicht, ist der Sportplatz dicht“ möchte ich einen kleinen Einblick geben in das Leben in einer funktionierenden Sportredaktion. Und soviel sei gesagt, heute ist der Sportplatz nicht dicht. Ich habe mir überlegt, dass ich einfach die meist gestellten Fragen zum Thema Sportredaktion beantworte, so müsste für jeden etwas dabei sein.

In einem Leuchtturm, Teil III

Die Wellen schlugen gegen die trostlose Insel, die dort im Meer lag, scheinbar aus dem einzigen Grund, um Schiffe zu zerstören. Tatsächlich waren hier bereits zahllose Schiffe verunglückt. Die Insel war von unglaublicher Trostlosigkeit. Im wesentlichen bestand sie aus einem glatten, zu großen Teilen bemoosten Felsen, der zur Inselmitte hin spitz zulief, so daß Schiffe, die hier aufliefen – wobei dies allein viele Schiffe schon zerstörte – schließlich von den scharfen Kanten in der Mitte leckschlugen. Durch die Form des Felsens ließ sich das Schiff auch meistens nur sehr schwer wieder hinunter manövrieren, auch wenn die Insel permanent nahezu vollständig von Wellen überspült wurde. Spätestens hierbei gingen die bis dahin heil gebliebenen Schiffe kaputt. Neben dem Felsen befand sich zu einer Seite ein kleiner Strand. Die ganze Insel war nicht größer als 100 m², außer dem Moos gab es hier kein dauerhaftes Leben.

Eine mongolische Nacht

Es war der letzte Abend, an dem sich Milazim in Ulaanbaatar aufhielt. Er wollte noch einmal spazieren gehen, noch einmal die Stadt bei Dunkelheit sehen. Die großen Prachtstraßen kreuzten seinen Weg, dann kam er in die kleinen, von Arbeitern bewohnten Gassen. Der Wind wehte kühl, es war noch Sommer, doch die Stimmung kündete schon vom Herbst. Milazim setzte sich auf eine Bank und zündete sich eine Zigarette der Marke Eshquood an, da hörte er immer lauter werdende Stimmen. Sie kamen aus einer Kneipe, vom Wind zu ihm getragen. Er verstand nicht alles, die Stimmen sprachen in einem merkwürdigen Dialekt. Doch er verstand vieles. „Ich halte es nicht mehr aus! Ich halte es einfach nicht mehr aus! Weißt du, was mich am aller meisten ankotzt? Daß ich nicht einfach gehen kann. Wenn ich einmal unterwegs bin, muss ich sechs Monate bleiben. Es ist zum Heulen! Ich möchte einfach weg. Das geht natürlich nicht, aber es sammelt sich so viel Hass in mir, daß ich es gar nicht mehr aushalte!“

Live von der Flut

Hallo, hier ist eure Wetterfee Tilman Bartning. Ich bin hier in Meißen, wo die Pegel unaufhörlich steigen. Eigentlich bin ich privat hier, aus purer Sensationslust. Ich finde es interessant, wie die Stadt aussieht, so voller Wasser. Die Elbe fließt quer durch die Stadt durch. Ich frage die Menschen, ob sie auch nur zum Gucken 400 km angereist wären, die meisten schütteln verständnislos den Kopf. Einer meint: „In där Dä Dä äR hätte es so wos nischt gegäbn, ne Flüt hatten wor domols, abor keene Schurnalisten, die sich wie die Geier uff die nexte Sensatiön stöozen.“ Betreten trete ich beiseite.

Wie geht Qualitätsjournalismus? #4: Politik

„Politik fängt im Kopf an.“ Diese schlichte Wahrheit offenbart mehr, als uns lieb ist. Als Yassir Arafat im Juni 1972 vor der Hizb'Allah (Anm. d. Red.: Hisbolla) vom bedingungslosen Bilateralverzicht sprach, wurde seine menschliche Größe und politische Klasse mehr als deutlich. Man kann die politischen Tugenden nicht an einer Hand abzählen (es sind sieben). Man benötigt zwei Hände.