Direkt zum Hauptbereich

Das Der KREMagazin – Februar-Ausgabe: Herr Mann

Liebe Leserinnen und Leser, der promovierte Schriftsteller Arno Mann hat ein Buch über Verfassungsrecht und Roboter geschrieben. Klingt sperrig, dachten wir uns, und luden ihn zum Gespräch ein, damit er es uns genauer erklärt.

KREMagazin: Herr Mann, schön, daß Sie kommen konnten.

MANN: Wie sagt man so schön: mich auch (lacht).

KREMagazin: Ja … Kommen wir doch gleich zu Ihrem Buch: „Roboter sind auch nur Menschen oder: Wie das GG wesenunabhängig zu verstehen ist“. Herr Mann, ganz ehrlich, wir wissen nicht so genau, worum es in Ihrem Buch geht.

MANN: Dann will ich mal quasi „das Kind mit dem Bade ausschütten“, wie man so schön sagt. In meinem Buch geht es, wie der Titel schon verrät, um den Verfassungsrang von Roboterrechten und ihr Verhältnis zu Menschenrechten.

KREMagazin: Und was heißt das?


MANN: Ich soll also Eulen nach Athen tragen? Also gut. Sie kennen ja sicher das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, auch „GG“ genannt?

KREMagazin: Wie sagt man so schön: Wie unsere Westentasche. Schließlich ist es für unsere Arbeit als Journalisten …

MANN (unterbricht): … Entschuldigen Sie, aber es heißt „Wespentasche“.

KREMagazin: Nein, ich bin mir ziemlich sicher, daß es „Westentasche“ heißt.

MANN: Wie heißt es: Was Hans nicht gelernt hat, kann Bernd auch nicht.

KREMagazin: …

MANN: Also, wo war ich. Ach ja, das GG. In ihm werden die Grundrechte für alle Menschen beschrieben, die in seinem Geltungsbereich leben, abgeleitet u.a. von der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Aber: Was ist ein Mensch?

KREMagazin: Ah …

MANN: Willst du dem Affen Zucker geben, wird der Esel blind! Verstehen Sie?

KREMagazin: Nein.

MANN: Nun, was ich sagen will, ist: Das GG enthält keine Legaldefinition des Menschen.

KREMagazin: Aha. Und … Was bedeutet das?

MANN: Wenn im GG keine Legaldefinition des Menschen verankert ist, dann sind auch Roboter als Menschen anzusehen. Quod fiat Restaurantum.

KREMagazin: Herr Mann, das leuchtet mir jetzt noch nicht so ganz ein. Nach Ihrer Logik müßte man ja dann auch Tiere oder Pflanzen oder einfach Gegenstände als Menschen ansehen.

MANN: Naja. Man darf Äpfel nicht mit Bären vergleichen!

KREMagazin: Verstehe. Aber andererseits: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis ihn jemand klaut.

MANN: Ach so, ja, stimmt. Aber wenn sich eine Million Fliegen doch irren?

KREMagazin: Herr Mann, zum Schluß noch eine Frage: Auf welchem Gebiet haben Sie eigentlich genau promoviert?

MANN: Bibliothekswesen.

Der Redakteur möchte namentlich nicht genannt werden

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Schaut man sich die anderen KREMagazin-Titel an, dann ist das der erste, der nicht in die Reihe passt, da muss eine Monatsangabe rein, ihr Arschlöcher. MFG Filllip Nasesturz

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Gitarre

Am 17.02.2011 ging Walther Benarsky in Sölden zu dem Gitarrenbauer Franz Merten. Benarsky betrat den Laden, schaute sich ein wenig um, freute sich und schritt sodann zum Verkaufstresen: „Guten Tag, mein Name ist Benarsky, wir hatten telefoniert.“ Darauf der Gitarrenbauer: „Benarsky, Benarsky, genau, Benarsky! Tut mir leid, ich war gedanklich noch woanders. Genau, ich hole gleich mal ihre Gitarre, sie ist tatsächlich erst gestern Abend fertig geworden. Aber schön ist sie.“ Sodann verschwand er in einen kleinen Hinterraum. Er pfiff fröhlich die Melodie des Horst-Wessel-Liedes.

Zwei Jahre DER KREM

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder!
Es ist mir – davon bin ich überzeugt – eine Ehre, heute hier an meinem Computer zu sitzen und Ihnen diese Rede zu schreiben. Als technikaffiner Akademiker mit Do-it-yourself-Mentalität stehe ich dem Internet offen gegenüber. Mehr noch: Als Mensch ohne Migrationshintergrund bin ich (auch fachlich) interessiert, wie Informationsströme Grenzen überwinden und dabei soziale Prozesse auslösen. Damit nicht genug: Als besorgter Bürger mache ich mir Sorgen um unsere Sicherheit. Praktisch: Als gelernter Hubschrauberpilot kann ich Hubschrauber fliegen. Heute aber spreche ich zu Ihnen als der Techniksoziologe, der sich mit Leib und Seele der Techniksoziologie verschrieben hat. Gestatten, mein Name ist Kiter Verbel.

Ein Tag der Gotik

Bernd und Wumpe waren die ersten auf der Baustelle. Halb acht war gerade durch, beide frühstückten, die Sonne strahlte in den Rohbau des Kaufhauses. Die unverputzen Wände wie auch all die anderen unzähligen baustellentypischen Dinge rochen stark nach Unfertigkeit. „Es gibt hier noch viel zu tun!“, hätte über dem Szenario stehen können. Wumpe hatte soeben seine Stinkekäsestulle aufgegessen, da ging er vor die noch eingeschweißte Rolltreppe und stellte mit Entsetzen fest, wie häßlich er den gesamten Bau doch fand. Bernd verstand das nicht. Bernd verstand selten etwas. „Wieso häßlich?“, fragte er. „Naja, guck dir das doch mal alles an. Das sieht hier doch total nach Plastikschrott aus“, erwiderte Wumpe.