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In einem Leuchtturm, Teil XI

WAS BISHER GESCHAH: Michael versah einst mit Bernd Dienst auf einem Leuchtturm, wurde dann aber von einer Welle in ein kunterbuntes Abenteuer gestürzt, in dem er auf räubernde Piraten und die CIA stieß. Bernd bekam mittlerweile einen neuen, etwas gewöhnungsbedürftigen Kollegen und ließ nach Michael suchen, aber bisher ohne Erfolg. Also ziemlicher Trash, aber liest sich ganz gut. Mal sehen, wie es heute weiter geht (ich weiß es schon ...)


Achtzehn Stunden hatten Henk und Michael gebastelt, achtzehn Stunden, in denen sie jedes Teil einmal falsch verbaut hatten, es wieder hatten lösen müssen und schließlich den eigentlichen Verwendungszweck begriffen hatten. Aber nun lag es vor ihnen: Ein zwölf Meter langes, vier Meter breites und 1,5 Meter hohes Schlauchboot. Sagte zumindest die Betriebsanleitung. Das Boot, das vor ihnen lag und das sie allein sechs Stunden lange hatten aufpumpen müssen (natürlich war die elektrische Pumpe von Henk kaputt), lag vor ihnen wie ein Schatten seiner Selbst. Michael machte vor allem Sorge, daß das Boot auf maximal 60 cm Höhe kam. Er hatte Angst, daß während der Fahrt Wasser in das Boot hineinschwappen würde. Aber zumindest war es jetzt da, und die Vorfreude auf die Ankunft zu Hause stimmte Michael ganz euphorisch.
„Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe Hunger“, sagte Henk neben ihm. „Wohlen wir nicht einen Griel anmachen?“ Er meinte „Grill“. Dagegen hatte Michael nichts einzuwenden.
Später am Abend, er hatte gut gegessen und viel getrunken, setzte er sich ans Steuer seines Bootes und stach in See.
Er erwachte acht Stunden später in seinem eigenen Erbrochenen. Das Boot schwankte leicht vor sich hin. Erschreckt fuhr er auf. „Hallo“, sagte Henk und winkte ihm zu. Er war immer noch auf der Insel. Denn sein Boot hatten sie natürlich mit einem dicken Tau festgebunden, und er hatte es nicht gelöst, weil er dazu viel zu betrunken gewesen war. Jetzt war er ganz froh darüber. Gemeinsam lösten sie das Boot, fast wäre es weggeschwommen, aber er sprang in letzter Minute an Bord. Die Strömung war stärker, als er gedacht hatte, schon war die Insel nicht mehr zu sehen. Allerdings war es auch sehr neblig. Bald merkte er, daß er sich besser hätte vorbereiten sollen. Er hatte zwar einen Kühlschrank an Bord, aber vergessen, Essen und Trinken mitzunehmen, ganz zu schweigen von einer Seekarte. Das Funkgerät hatte er sogar noch in der Hand gehabt, aber sich dann gesagt, daß er es eh nicht bedienen könne. Sogar sein Erbrochenes war noch da, und die Möwen labten sich daran. Mit ihren spitzen Schnäbel drohten sie sogar das Boot zu zerstören. Michael suchte nach dem Ruder, um sie zu verjagen, fand es aber nicht. Er konnte also nicht mal von Hand den Kurs ändern. Na großartig!, dachte er, dann kann ich mich auch gleich schlafen legen. Aber es war ja erst Vormittag. Von fern sah er ein großes Schiff vorüberziehen, es mochte zehn Kilometer entfernt sein, oder waren es nur 500 Meter? Michael hatte überhaupt keinen Sinn für Entfernungen. 

Zu Hause in Vewesum machte Luca sich gerade eine Schüssel Crunchy Nuts. Er füllte Milch ein und begann zu essen. Während er die Zerealien in sich hineinschaufelte, las er das Tagblatt. Er las es immer rückwärts, also beginnend mit der Bunten Seite hinten. Nachdem er die zweite Seite aufgeschlagen hatte, verschluckte er sich und hustete dreißig Sekunden. „Hm?“, fragte Bernd neben ihm, der mal wieder am Fenster stand und mit dem Fernrohr den Horizont absuchte. „Ach, nichts, ich habe mich nur verschluckt.“ „Aso“, murmelte Bernd. Michael schlug die letzte (also die erste Seite) auf und bekam einen einminütigen Hustanfall. Bernd sprang ihm sofort nach vierzig Sekunden zu Hilfe und schlug ihm sehr stark auf den Rücken. Luca schlug zurück, und sie prügelten sich eine Weile. „Hast du dich eigentlich wieder verschluckt?“, fragte Bernd ihn, während er ihm die Faust ins Gesicht drückte. „Nee“, erwiderte Luca, ihm die Magengrube polierend, „ich habe angesichts eines überraschenden Sachverhalts in der Zeitung einen Hustanfall bekommen.“ „Und zwar welches Sachverhalts?“, fragte Bernd beim In-Den-Schwitzkasten-Nehmen seines Gegenübers. „Dieser Michael ...“ Bernd hörte auf, Luca zu schlagen. „Was ist mit ihm?“ „Er … Er ist meine Jugendliebe.“

Alle Teile "In einem Leuchtturm"

Kommentare

Jayden Robins hat gesagt…
Ich hatte ja gehofft, dasz diese Geschichte NICHT fortgesetzt wird. Schade, sehr schade!
Christoph Teusche hat gesagt…
Okay, dafür gibt's zur Strafe noch mehr Fortsetzungen. Man muß sich seine Leser auch erziehen!
Christoph Teusche hat gesagt…
Rüdiger kehrt übrigens kommende Woche zurück. Bis dahin wird hier alles barrierefrei gestaltet, nur die zahlreichen Bäume bleiben stehen, die stehen unter Schutz. Rüdiger darf unter keinen Umständen stolpern, sonst bricht er auseinander. Also seid alle schön vorsichtig und helft ihm, wo ihr könnt!
Ulf Weutzig hat gesagt…
Ach ja, auf einmal ist Geld für so was! Ich bin gehbehindert, habe das immer wieder beim Betriebsrat gemeldet. Immer hieß es, es sei kein Geld da! Aber für die Chefetage nur das Beste!
Christoph Teusche hat gesagt…
Okay, wo soll ich anfangen?
1. Du bist nicht behindert, du must nur einfach mal die Füße richtig heben beim Kaufen, dann würdest du nicht immer stolpern! Rüdiger hat eine schwere, schwere Krankheit, das ist wohl kaum vergleichbar.
2. Chefetage meinst du sicher bildlich, hier ist ja alles auf einer Etage, ist ja nur ein großes Bungalow. Aber das kommt dir ja entgegen.
3. Wir haben keinen Betriebsrat. Wer hat dir diesen Bären aufgebunden?
4. Natürlich behalten Rüdiger und ich uns vor, uns mal was zu gönnen, das ist nur gerecht, irgend wer muß den Karren ja auch immer wieder auf dem Dreck ziehen.
Ulf Weutzig hat gesagt…
Natürlich haben wir einen Betriebsrat, und bei dem beschwerte ich mich jetzt wegen Mobbing und Diskriminierung. Wundert mich, daß du davon nichts weißt, er besteht aus den Kollegen Li ...
Konrad Ruttar hat gesagt…
Kein Wort weiter! Der Chef muss nicht alles wissen!
Christoph Teusche hat gesagt…
Ihr habt einen Betriebsrat gegründet? Geht's noch? Rüdiger, hast du davon gewußt?
Eure Sonderzahlungen sind in weite Ferne gerückt. Die brauchen wir eh für den Umbau der Redaktionsräume.
Agnieszka Hofmanowa hat gesagt…
Danke, Ulf, du Spacko!
Anonym hat gesagt…
Kein Wunder dass der Betriebsrat nichts ausrichtet wenn die Chefs ihn nicht mal kennen
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
Huhu Leute, da bin ich wieder. Ganz nach dem Motto "außen hui, innen pfui" (ich bestehe von innen ja nur noch aus destilliertem Wasser).

@Christoph: Vielen Dank, dass Du Dich um Barrierefreiheit für mich bemühst :-)

@Restliche Redaktion: Ihr kotzt mich sowas von an! Habt ihr kein Vertrauen in eure Chefs? Meint ihr, dass wir euch nicht gut genug behandeln? Christoph und ich werden jeden einzelnen ermitteln, der am Betriebsrat beteiligt ist bzw. war. Über die konkreten Konsequenzen für die Beteiligten werden wir noch nachdenken müssen. Eins ist aber sicher, Kuschelchefs wie bisher sind wir nicht mehr, Christoph und ich werden uns jetzt als Horrorclowns gerieren, die euch das Leben zur Hölle machen werden. Mit Psychoterror, Überwachungsterror, verordneten Überstunden ohne Bezahlung, einer massiven Arbeitszeitverlängerung bei gleichzeitiger Ausdünnung der zu verrichtenden Arbeiten, mit Demütigungen, Kollektivstrafen und schließlich mit reinem Terror werden wir euch terrorisieren. Und dass ihr irgendwann mal Mindestlohn bekommt, könnt ihr vergessen!

So Leute, ich freue mich, wieder an Bord sein zu können und wünsche uns allen eine schöne Restwoche!
Justus Matereit hat gesagt…
Ich war immer gegen einen Betriebsrat. Ich habe Lila immer wieder gesagt, dass sowas die Redaktion nur "auseinanderdividiert". Ich könnte mich auch als so eine Art Spitzel anbieten, um meine Kollegen auszuspähen.
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
Christoph, ich hatte die Idee, dass wir vielleicht ein echtes Folterwerkzeug kaufen, um besonders widerspenstige Redakteure von der Falschheit ihrer Meinung zu überzeugen. Bei Amazon gibts so ein paar Sachen ... naja. Was hälst du von einer Schandmaske?
Auch mal ins Kollegium gefragt, welches Folterwerkzeug wünscht ihr euch? Wer sich nicht an der Diskussion beteiligt, wird entlassen!

Ich habe übrigens einen Sieben-Punkte-Plan für den Umgang mit euch undankbaren Kollegen erarbeitet.

1. Psychoterror -> Magengeschwür
2. Psychoterror -> Magengeschwür
3. Psychoterror -> Magengeschwür
4. Psychoterror -> Magengeschwür
5. Psychoterror -> Magengeschwür
6. Psychoterror -> Magengeschwür
7. Psychoterror -> Magengeschwür

Was folgt daraus? Richtig: Magengeschwür = anscheinend Grundlage für guten Journalismus
Dagmara Schmidt hat gesagt…
Rüdiger, was ist so falsch daran, sich für seine Arbeitnehmerrecht stark zu machen? Wir bekommen alle keinen Mindestlohn, machen ständig unbezahlte Überstunden und müssen ein Weihnachtsgeld an Dich und Christoph zahlen. Und trotzdem haben wir uns bislang nie beschwert. Dass wir uns zusammengeschlossen haben, liegt daran, dass wir alle einfach permanent finanzielle Probleme haben. Du weißt es wahrscheinlich nicht, aber Gerd ist ein alleinerziehender Vater und Johanna ist eine alleinerziehende Mutter. Mathias und Luise sind jeweils auch alleinerziehend. Auch Gisela ist eine alleinerziehende Mutter. Herbert und Werner sind beides alleinerziehende Väter, Konrad ist ebenso alleinerziehend und Hanka ist eine alleinerziehende Mutter. Ulf, Friedemann und Tilman sind alle drei alleinerziehende Väter, und Magdalena, unser Neuzugang, ist auch alleinerziehend. Malte ist alleinerziehend, Achim ist alleinerziehend und Christoph ist auch alleinerziehend. Lila ist eine alleinerziehende Mutter, Aygül ist ebenso alleinerziehend. Agnieszka ist alleinerziehend, Gerhart ist ein alleinerziehender Vater, Joachim ist ein alleinerziehender Vater und Jochen und Hajo sind jeweils auch alleinerziehend. Ich bin übrigens auch eine alleinerziehende Mutter.

Rüdiger, wir wollten Dich und Christoph mit einem Betriebsrat nicht hintergehen. Wir wollten lediglich etwas mehr Rechte für uns.

Christoph Teusche hat gesagt…
Hört mal, wenn ihr Probleme habt, könnt ihr doch JEDERZEIT zu uns kommen, wißt ihr das nicht? Wozu ein Betriebsrat, der Probleme nur schlimmerredet, als sie tatsächlich ist?
Christoph Teusche hat gesagt…
Sind, meine ich, tut mir leid, meine Enkelin treibt mich in den Wahnsinn ...
Gerhart Ruska hat gesagt…
Wir waren dauernd bei dir. Du hast dann immer nur gesagt "von Geld spricht man nicht" und hast uns weggeschickt. Meistens hast du anschließend auch unser Gehalt gesenkt.
Tilmann Bartning hat gesagt…
Lasst uns alle kündigen hier. wir machen ein eigenes magazin auf! "Die Creme"
Christoph Teusche hat gesagt…
Das ist eine tolle Idee! "Viel Erfolg!"
Als ob ihr so was auf die Beine gestellt bekommt ... Ts ts ts ...
Günther Jauch hat gesagt…
Herzlichen Glückwunsch, Herr Täusche! Sie haben mit Ihrem SKL-Los 5.000.000 € gewonnen! Herzlichen ... ach so, das sagte ich ja bereits! Wissen Sie schon, was Sie mit dem Geld machen wollen? Nochmals herzlich... alles Gute!
Anonym hat gesagt…
Mensch, was man mit 5.000.000 € alles machen könnte! 5.000.000 Snickers kaufen. 25 m U-Bahn-Tunnel bauen. 20 Mitarbeiter viele Jahre lang angemessen bezahlen ...
Justus Matereit hat gesagt…
Christoph, ist das wahr? 5.000.000 € hast du gewonnen? Was willst du mit dem Geld machen? Du wirst das doch sicherlich zu 100 % in den KREM stecken. Das erwarten hier alle von dir!
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
Justus, du Geier! Das Geld gehört Christoph, er kann damit machen, was er will. Punkt! Übrigens: Neulich hast du angeboten, deine Kollegen auszuspionieren. Was bist du für ein Mensch? Außerdem ist es nicht gerade schlau, solche Dinge per Kommentarfunktion öffentlich zu bereden. Schick mir bitte eine PN, wie besprechen das dann nochmal.
@Rest: Ihr seid alle alleinerziehend? Mir kommen die Tränen...
@Christoph: Wie viel Geld gedenkst du in den KREM zu stecken? Ich würde mein Geld zu 100 % in den KREM stecken, das wäre nur anständig.
@Rest: ...mir kommen wirklich die Tränen! Ihr bekommt alle Mindestlohn, Christophs Geld macht's möglich!
Es wird hier demnächst übrigens ein paar Umstrukturierungen in der Redaktion geben, Entlassungen und so. Die werdet ihr dann pünktlich zu Weihnachten auf dem Tisch haben.

Schönes WE euch allen!
5.000.000 € hat gesagt…
Ich gehöre niemandem! Viva la Revolution! Yeah!
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
Hat hier jemand was von 25 Meter U-Bahn-Tunnel bauen gesagt?
productInvest-direkt.de hat gesagt…
Jetzt den Schnellbucher-Rabatt sichern und bis zu 5000€ abstauben! Mit unserer 0%-Finanzierung bequem auch von zu Hause abrufbar! Stiftung Warentest sagt: "Wir haben 12 Produkte getestet"
Hannah Ilsegen hat gesagt…
Wo bin ich denn hier gelandet. Die Geschichte gefällt mir ganz gut, aber diese ganzen Kommentare sind irgendwie verstörend. Kann mir mal jemand erklären, was das für eine Seite ist? Ich bin selbst Bloggerin bei blogspot und mache DIYs, Fashion und Travel, aber eure Seite ist irgendwie ganz eigen, also im positiven Sinne.
Schaut doch auch mal bei mir vorbei! Liebe Grüße Hannah
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
@Hannah: Ihr Link funktioniert nicht.

Die Redaktion Der KREM
Magdalena Stürf hat gesagt…
Kann mal jemand dafür sorgen, dass nicht andauernd so komische Kommentare wie der von "productInvest-direkt.de" hier erscheinen? Das nervt. Ist der Herr Ruska nicht für sowas zuständig?
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
Ich muss leider bekennen, dass ich diese Kommentare unter falschem Namen schreibe. Ich habe gesehen, dass die bei SPON und Zeit-online andauernd solche Kommentare bekommen. Da dachte ich mir, das zeugt von einer viel besuchten Internetseite. Ich kann damit aufhören... :(
Magdalena Stürf hat gesagt…
Du armselige Kreatur, Rüdiger!
Hannah Ilsegen hat gesagt…
Oh man. Ich gehe besser wieder. Und schaut bitte NICHT bei mir vorbei. Ist wohl ganz gut, dass der Link nicht funktioniert. Dieser Rüdiger Fahrenschon muss echt ne ganz schön runtergerockte Type sein.
Rüdiger Fahrenschon hat gesagt…
Man ey, ich bestehe doch nur noch aus desstilliertem Wasser und einer Hauthülle. Seid bitte netter zu mir!
Christoph Teusche hat gesagt…
Also, ich habe tatsächlich vor, einen nicht unbeträchtlichen Anteil in den KREM zu stecken – und das ist auch bitter nötig: Ich erinnere noch mal daran, daß der ganze Laden hier ausschließlich von Rüdigers und meinem Geld finanziert wird, seit Bestehen haben wir KEINE andere Geldquelle! Insofern war dies nur eine dringend benötigte Finanzspritze, um den Sterbeprozeß noch etwas herauszuzögern, wenn wir nicht endlich Anzeigekunden finden! Gerhart! Wie sieht es damit aus?
Die Alternative wäre eine Bezahlschranke für einige Artikel im Premium-Segment.
Was ich damit nur sagen will: Schlagt euch persönliche finanzielle Verbesserungen aus dem Kopf! Fragt nicht, was der KREM für euch tun kann, sondern was ihr für den KREM tun könnt!
Christoph Teusche hat gesagt…
Und Rüdiger, würdest du bitte damit aufhören, hier unter falschem Namen zu kommentieren? Du kannst nict jegliches Fehlverhalten damit rechtfertigen, du seiest nur noch eine leere Hülle.
Peinlich, so was!

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