Freitag, 28. März 2014

Das Der KREMagazin – Erstausgabe: Verkehrsverbund-Symbole

Meine sehr verehrten Leserinnen und Leser! Ich begrüße Sie zu unserem neuen Magazin "DAS DER KREMAGAZIN". In dieser von jetzt an erscheinenden Printausgabe des KREMs, die jedoch aus Kostengründen nur online verfügbar sein wird, präsentieren wir Ihnen Wissenswertes, Kurioses, Erstaunliches, Vermeidbares und Abartiges. Mein Name ist Mathias Knefel. Und das sind diesmal unsere Themen:

  • Vergleich von Verkehrsverbund-Symbolen

Dazu habe ich zwei Experten eingeladen, Herrn Stricknien und Herrn Budlogge (beide 48 J.). Herr Budlogge, fangen wir mal bei Ihnen an: Sie sind Semiotiker – was ist das überhaupt?

Budlogge: Ein Semiotiker erforscht Zeichen und Symbole auf ihren Wertgehalt und einen allen Zeichen und Symbolen zugrundeliegenden Chiffre-Kanon.

Aha, so genau wollten wir es gar nicht wissen (lacht).
Herr Stricknien – was führt Sie hierher?

Stricknien: Also, wenn Sie darauf hinauswollen, was ich beruflich mache …

Sie haben's erfaßt.

Stricknien: … bin ich also Verkehrsexperte. Ich arbeite im wissenschaftlichen Dienst des Landratsamtes von Detmold.

Beeindruckend. Sie beide beschäftigen sich mit den Symbolen von Verkehrsverbünden – geht’s noch?

Budlogge: Ja, ich bin darauf gestoßen, als ich mal privat ganz gezielt bei Google nach Verkehrsverbund-Symbolen gesucht habe.

Stricknien: Bei mir war es eine Auftragsarbeit meines technikaffinen Sohnes.

So viel zu Ihrer Motivation. Herr Budlogge, ich könnte mir vorstellen, daß sie vor allem auf den Bedeutungsgehalt, vulgo die Bildsprache, abzielten?

Budlogge: Ja und nein. Ich habe eigentlich eher nach dem schönsten Symbol gesucht. Ich wollte nämlich Geschenkpapier draus machen. Aber dafür habe ich eine Matrix gemacht mit 17 wichtigen Kriterien, die das ultimative Symbol enthalten sollte.

Stricknien: Sehen Sie, da kann ich gar nicht mithalten, der Mann kennt sich aus. Aber aus verkehrlicher Perspektive habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht. Zum Beispiel habe ich geguckt, welches Symbol am ehesten Bewegung ausstrahlt (lacht).

Und?

Stricknien: Tja, ich konnte mich nicht so recht entscheiden. Viele Verkehrsverbünde verwenden die sogenannte „Kursiv-Schrift“, um Bewegung zu suggerieren. Andere arbeiten mit Pfeilen oder Linien, die aussehen wie Lokomotiven. Am schnellsten wirkt vielleicht das Symbol des HVV, weil das extrem kursiv ist und ein bißchen glitzert, so als ob da etwas schnell vorbeiführe.

Viele fragen sich ja, warum ein Verkehrsverbund überhaupt ein schickes Symbol braucht, für dessen Entwicklung sicherlich viel Geld geflossen ist (lacht). Können Sie dazu etwas sagen, Herr Budlogge?

Budlogge: Nein. Aber lassen Sie mich noch kurz auf die Frage nach dem Symbol eingehen, das am ehesten Bewegung suggeriert. Ich muß Ihnen da widersprechen, Herr Stricknien: Nehmen wir zum Beispiel mal das Symbol des SVV, das steht dem des HVV in puncto „Kursivität“ bzw. „Schrägheit“ in nichts nach. Aber zurück zu Ihrer Frage: Sehen Sie, viele der Symbole sind gar nicht so „schick“. Viele Verkehrsverbünde haben eher unschicke Symbole,diese Erfahrung habe ich leider machen müssen. Die Krönung diesbezüglich stellt für mich der VBN dar: Der Gipfel der Langeweile.

Stricknien: Aber nicht der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Nehmen wir das Symbol des VMS – als sei es aus Industrieschrott zusammengezimmert. Und diese Farben...

Okay, das ist ja alles schön und gut. Aber haben Sie auch mal über den Sinn dieser Symbole nachgedacht, Herr Budlogge? Ich meine, irgend was sollen diese Symbole ja sicher aussagen (lacht).

Budlogge: Ja und nein. Viele bestehen einfach nur aus einem simplen Schriftzug, als Marke sozusagen. Manche machen aber Andeutungen, die auf „Verkehr“ hindeuten (siehe oben). Aber bei manchen kommt man echt ins Rätseln. Zum Beispiel beim gerade erwähnten VMS – zwei Pfeile zeigen in unterschiedliche Richtungen – was soll das? Das ist doch ein Symbol für „Nichts geht mehr“. Sehr ärgerlich. Oder der VRK. Um den Schriftzug herum ist ein Smiley bzw. „Lächelgesicht“ angeordnet. Da raufe ich mir die Haare.

Stricknien: Oder der SVV, ein gelber Halbkreis um den Schriftzug. Das ist überflüssig (lacht).

Budlogge: Sie meinen wahrscheinlich den VVS. Der SVV arbeitet mit der bereits erwähnten Lok-Symbolik, die sehr gut zu einem Verkehrsverbund paßt.

Stricknien: Oh, was für ein Fauxpas. Sie haben natürlich recht!

Das war ja lehrreich. Vielleicht zum Schluß noch ihre Lieblings-Logos?

Stricknien: Der VVV, schon wegen der Abkürzung (V ist mein Lieblingsbuchstabe), außerdem haben sie ein schönes, lebensbejahendes Symbol: Eine dreifarbige Ähre.

Budlogge: Das ist mir zu sozialistisch. Nein, mein Lieblingssymbol stammt von dem guten alten VBB, meinem Heimatverbund. Da wird nicht viel Gewese gemacht, und es ist einfarbig.

Meine Herren, ich danke Ihnen.

Kommentare:

BerlinBrandenburg hat gesagt…

Yeah VBB! Da fahr ich auch immer!

Ditter Kohtwoche hat gesagt…

Da fällt mir einfach nichts gescheites zu ein. Dieses Interview war einfach nur langweilig! *Gähn*

Manfred Köppermann hat gesagt…

Braucht DER KREM jetzt wirklich auch noch ne Online-Printausgabe. Reicht nicht nur eine Online-Ausgabe? Irgendwie kapier ich das auch gar nicht. Wenn das eine Printausgabe sein soll, warum ist die dann nur online einsehbar? Wo ist denn da der Unterschied zur normalen Online-Ausgabe?

XOXO Manfred Köppermann

Christoph Teusche hat gesagt…

Lieber Herr Köppermann,
es existiert eine Printausgabe (engl. "to print" = "drucken") des DER KREMAGAZIN in unseren Redaktionsräumen, einsehbar zu den bekannten Bürozeiten für zwei Wochen. Danach wird es aus technischen Gründen verschrottet.

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