Montag, 13. Mai 2013

Ritt ins Blau - Erster Teil

Heute will ich darlegen, wie man ein Gedicht analysiert und interpretiert. Als Beispiel habe ich dafür das Gedicht Hoffnung von Johann Wolfgang von Goethe ausgewählt. Es handelt nur vordergründig.

 

 

Hoffnung

 
Schaff, das Tagwerk meiner Händ, / Hohes Glück, dass ich's vollende! / Lass, o lass mich nicht ermatten! / Nein, es sind nicht leere Träume: / Jetzt nur Stangen, diese Bäume / Geben einst noch Frucht und Schatten.




Eine Wortneukombination ermöglicht es, die ursprüngliche Intention des Verfassers zu verändern.

 

Hoffnung  (verändert durch Wilhelm Brannt)


Nein! Ich nicht. Schaff 's, vollende! / Schatten sind leere Stangen /
Lass nur, Lass, mich, jetzt / o's ermatten diese, Bäume /
Das Glück meiner Träume und Händ geben / Noch nicht, dass es:
Hohes Tagwerk / einst Frucht!




Um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem streitbaren, ja doofen Text erst zu ermöglichen, ist es unabdingbar, es in seine Bestandteile zu zerlegen.

 

Hoffnung


Bäume das dass diese es einst ermatten Frucht Geben Glück Händ Hohes ich's Jetzt lass Lass leere meiner mich Nein nicht nicht nicht nur noch o vollende Schaff Schatten sind  Stangen Tagwerk Träume und . , , , , , , : ' ! ! / / / / /




Es dürfte ihnen nicht entgangen sein, daß der gehässige Text sich einer Analyse noch immer versperrt. Es ist daher ratsam, die kleinste verfügbare Einheit, die Buchstaben und Zeichen, zurate zu ziehen. Zunächst wird in einer alphabetischen Auflistung klar, daß manche Buchstaben in unzulässiger Weise überrepräsentiert sind.
   

Hoffnung


aaaaaaaaa äää bbbb ccccccccc ddddddd eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee fff gggg hhhhhhhhhhh iiiiiiiii j kk llllll mmmmm nnnnnnnnnnnnnnnnn oooo rrrrrrr ssssssssssssssss ttttttttttttt uuuuu ü v w z . , , , , , , : ' ! ! / / / / /




Die nachfolgende Mengenauflistung zeigt sehr deutlich: Goethe hat beim Verfassen seines Gedichts nicht auf die Anzahl der einzelnen Buchstaben und Zeichen geachtet.

Hoffnung


eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee  
nnnnnnnnnnnnnnnnn
ssssssssssssssss
hhhhhhhhhhh
aaaaaaaaa
ccccccccc
mmmmm
ttttttttttttt
ddddddd
rrrrrrr
uuuuu
iiiiiiiii
oooo
gggg
bbbb
llllll
äää
fff
kk
w
ü
v
z
j
, , , , , ,
/ / / / /
!!
.
:
'




Kommen wir nun zur Analyse.
Ein Rekonstruktion des Textkörpers muß (vgl. Dehnhard, a.a.O., 45; Zähman et al., a.a.O., 128 ff.) mit folgenden Wörtern vorgenommen werden: Arsch 7x, Chinese 1x, gelb 1x, Demel 3x, fegen 3x, Hass 2x, Idiot 4x, Kelle 1x, kennst 1x, Mett 2x, Nest 1x und Tube 2x.

Hoffnung


Arsch Arsch Arsch Arsch Arsch Arsch Arsch Chinese gelb Demel Demel Demel fegen fegen fegen Hass Hass Idiot Idiot Idiot Idiot Kelle kennst Mett Mett Nest Tube Tube



Es bleibt jedoch ein unvermeidbarer Rest. Diese Buchstaben und Zeichnen, so der Schluß, hätte Goethe nicht verwenden dürfen!

äää b c h j nnnnnnnnnn ss t uuu ü v w z . , , , , , , : ' ! ! / / / / /


Solche Buchstaben- und Zeichenüberschüsse entstehen oft durch Schlampigkeit. So muß ich gar nicht erst zur Interpretation übergehen, habe ich doch gezeigt, daß das Gedicht „Hoffnung“ von Johann Wolfgang von Goethe falsch ist.



Lieber Goethe, seien Sie glücklich darüber, daß Sie mit Ihrer Farbenlehre einen solchen Erfolg verzeichnet haben. Als Dichter hätten Sie es nie zu Weltruhm gebracht! Und ich schreibe bewußt „hätte“, da Sie es ja doch zu Weltruhm gebracht haben.

Kommentare:

Günther Grass hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Brannt,

mit Ihrer Analyse bin ich nicht einverstanden!
Dennoch bin ich sehr erfreut darüber, daß Sie auch in der Waffen-SS waren :-)

Ergebenst

Wilhelm Brannt hat gesagt…

Sie haben das ja lange abgestritten. Ich nie!
;-)

Günther Grass hat gesagt…

Sagen Sie mir doch noch, in welcher Einheit Sie gekämpft haben.
Ich war Teil der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ :-)

Wilhelm Brannt hat gesagt…

Ich war in der Pfützenplanscherdivision SchaiSSe 88. Die bestand aber nur drei Wochen, dann wurden wir alle verhaftet. Das war 1947.

Günther Grass hat gesagt…

XD

Siegfried Lenz hat gesagt…

Das ist ja alles scheiße hier...

Christoph Teusche hat gesagt…

Schreiben Sie mal einen Artikel, der im wahrsten Sinne des Wortes schwarz auf weiß geschrieben steht!

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