Direkt zum Hauptbereich

Gastbeitrag: Weihnacht, Weihnacht (3)

11

Der Fährmann Urschanabi konnte einen gewissen Stolz nicht verbergen. Der Sprachbarriere wegen krempelte er sein Gewand hoch und versuchte durch Gesten darzustellen, was er zu gern ausrufen wollte. Er spannte mächtig seine Oberarmmuskeln an und grinste dabei von einem Ohr bis zum anderen. Dann deutete er mit der Hand abwechselnd auf die Bauwerke und dann wieder auf sich. Dazu zuckte er die Schultern. Ndogo war so schwer beeindruckt von der egozentrischen Freude des Fährmanns und nicht zuletzt den mächtigen Muskeln, dass sie sofort die Hand Balthasars losließ. Ihr verliebter Blick war nun fest auf Urschanabi gerichtet. Balthasar merkte sofort was geschah. Der Einweihungsplan ging über Bord. Trübsinnig dachte er an Debre, die ihm vor Jahren mal angedeutet hatte, dass er körperlich nicht die Wucht sei, zumindest im Vergleich zu seinen drei Freunden. Daraufhin hatte sich Balthasar in die Plantagenarbeit gestürzt und wollte an seinem Plan, eines Tages der Debre Birhan bei der Abschaffung ihrer Jungfrauenschaft zu helfen, vorerst nicht mehr fest halten. Plötzlich wurde Balthasar aus seinen Gedanken gerissen.
Melchior hob zu feierlichen Worten an: „Liebe Freunde, vor uns seht ihr die Hängenden Gärten von Babylon! Als junger Balg hab ich einst auf der Spitze dieses Monumentes verweilt um mit den Augen, den Sternen die Monde zu stehlen. Und stellt Euch vor, ich war nicht schlecht darin.“ Er lachte. Balthasar war danach nun gar nicht zu mute. Babylon? Davon hatte er doch mal gehört. Sollten sie wirklich dorthin gekommen sein? Endlich konnte Kaspar, seit dem Weihrauch, bei der Gruppe punkten. Der arme Wicht, der die wüsten äthiopischen Hochlande nie verlassen hatte, konnte nämlich lesen. So kam es, dass er in drei düsteren Wochen, als kein einziger Kaufsüchtiger seinen Weg kreuzte, Tag und Nacht in einem Werbecodex für Kurzreisen gelesen hatte und nun wusste was da am Ufer zu sehen war. „Pyramiden, ja, Pyramiden sind das!“ flötete er unruhig und rieb sich dabei die Brust. Balthasar nickte. „Erstaunliche Dinger“ brachte Awnison vor, weswegen Mika das Gesicht verzog. Sein Knoblauchgeruch war bislang nicht geschwunden. Melchior indes behauptete am anderen Ufer einen Schilfkorb zu sehen, ja sogar die Schreie eines Säuglings seien zu hören. „Dort neben dem Seerosenblatt auf dem der Frosch quakt.“ „Genau, Du sagst es“ murmelte Balthasar, langsam aber sicher sehr verstimmt, „dort quakt ein Frosch. Ich bitte Dich eindringlich: Verschone mich mit Deinem närrischen Unfug.“ Der Graukopf blickte traurig zum Ufer, traute sich aber nicht mehr noch etwas zu entgegnen. Mika bemerkte die angespannte Situation und wollte sich noch einmal zur anderen Uferseite umdrehen um die Chephren-Pyramide anzusehen, als er sah wie Ndogo und der Fährmann durch einen innigen Zungenkuss mit einander verhakt waren. „Das darf Balthasar nicht sehen, sonst steht die gemeinsame Fahrt vor dem Ende“ dachte er und überprüfte vorsichtig um sich blickend, was Balthasar gerade trieb.

12

Dieser war ganz bei der Sache. Statt den Sightseeing-Trip gemeinsam mit seinen Freunden zu genießen, beugte er mit hochgekrempelten Ärmeln über einer ausgebreiteten Rolle, die sich zu seinem Ärgernis an den Enden immer wieder einrollte, bis er sie schließlich mit den Zähnen festkrallte. Er suchte mit müden Augen das gesamte Heilige Land ab, um den Ort zu finden, der auf des Alten Papyrus verzeichnet war. Die Sache mit dem Stern, dem Melchior angeblich folgen wollte, ging mächtig in die Hose. Tagsüber war kein Stern am Himmel auszumachen und Plantagenarbeiter sind schließlich keine Nachtschichtler , weswegen die Gruppe bei Einbruch der Dunkelheit für gewöhnlich erschöpft in sich zusammen sank. Sie mussten sich selbst den Weg bahnen. Die Reise würde sie in den Norden führen, nach Galiläa. Könnten sie nun auf kürzestem Weg vom anderen Ufer des Flusses lospreschen, müssten sie es problemlos packen, den Weg in wenigen Tagen zurückzulegen. Melchior aber, der es anfangs schließlich mächtig eilig hatte, wollte jetzt gerne noch bei seinen Höhlen vorbeischauen und eventuelle Vandalismusschäden beseitigen. Diesem Projekt wiederum waren die Trinkbrüder Mika, Sisisba und Awnison nicht abgeneigt. Sie hatten gehört, dass es in Sodom und Gomorra am Toten Meer hoch hergehen sollte. „Mancala, Bier und geile Weiber!“ brüllten sie unpassender Weise als Melchior hitzig von seinem Bibliotheksprojekt zu reden begann. Urschanabi legte an und forderte Ndogo als Trinkgeld. Balthasar kochte vor Wut. Erst jetzt wurde ihm klar, dass er auch diese Schöne für immer verloren hätte. Seine Gedanken flogen zu Debre und wieder zurück. Sie saß in der Jurte und kochte ihre Unterwäsche aus. Schließlich ließen sie sich auf den Tauschhandel ein und verließen das Schilfschiff polternd. Mika zog sich eine tiefe Schnittwunde am linken Knöchel zu. Er schrie, als Melchior begann, die Verletzung zu besprechen. Schließlich war er einst Zauberer. Vor den Augen der Ungläubigen wuchs die Schnittstelle wieder zusammen, ein Schnittwunder!
Nun ging es zu Fuß weiter landeinwärts. Die Landschaft, die ihnen begegnete war anders. Das Laufen fiel ihnen standesgemäß schwer – waren sie jetzt nicht schließlich Könige aus dem Morgenland? 

13

Als der Tag gewaltig zu dunkeln begann, machten sie unter einer Eiche halt und packten ihre Kokosnüsse aus, die sie Ndogo aus dem Korb geklaut hatten, als diese gerade anderen Dingen nacheiferte, ja dafür sogar ihren Zarten Hintern aus der Kiste geschwungen hatte. Kaspar war merkwürdiger Weise der Erste, der bemerkte, dass die große Wolke, die ihnen seit der Landung bei Zagazig gefolgt war, nun im Dunklen eine rötliche, fast feuerähnliche Färbung erhielt. Mika zeriss sofort sein Gewand. Diesmal war es Melchior, der seltsamerweise in Erinnerung hatte, dass der Schluckspecht dies schon einmal getan hatte. Genervt sprach er „Wunder, wunder feurig Zunder, in dem Herzen eines Irren, schafft es nichts als Wirren. Lass den Quatsch. Du bringst uns noch mal mächtig in Verquetschung!“ Auch Balthasar war wieder einmal sauer. Ein Königsgewand hatten sie nun schon einmal weniger. Wer konnte wissen wozu es noch nötig gewesen wäre.  Er kaute an der Nuss und rechnete. 6 Tage nun waren sie unterwegs. Stimmte die ursprüngliche Berechnung des Eselkopfes von 15 Wegtagen, so hatten sie noch etwas Zeit für einen Schlenker. Aber sollte nicht in 7 Tagen etwas ungemein merkwürdiges in ~x,l'( tyBeî geschehen? Sollten sie lieber etwas zu früh, als etwas zu spät kommen? Unschlüssig fiel er in den Schlaf am Lagerfeuer, das Awnison mit Hilfe der Wolke entzündet hatte. Im anschließenden Traum redete Melchior Wahnsinniges zu ihm, seine Freunde schleppten einen riesigen Korb auf die Spitze einer hängenden Pyramide und er rannte – vor den Worten des Eselkopfes fliehend – hinter her, erreichte die Spitze, blickte und sah im Korb Debre und Ndogo, ganz nackt, die ihm schwere Vorwürfe machten und streng befahlen den Deckel zu schließen. Das tat er. Neben ihm stahlen 25.000 halbnackte, abgemagerte, aber starke ägyptische Sklaven mit den Augen alle Sterne vom Himmel. Dabei riefen sie im erschütternden Wechselgesang „Re re re, Re-Harachte-Atum, Re re re“. Aus einer gewissen Verzückung heraus, konnte es Balthasar dann doch nicht lassen, den Korb noch einmal zu öffnen. Da erblickte er eine strohgefüllte Krippe im Stall, umgeben von zwei Ziegen. In der Nähe stand Sisisba, der sich die Zunge leckte und so große Augen machte, als wisse er, was es mit der Krippe auf sich hatte. Und da war der Stern, endlich, größer und heller als alle anderen war er. So groß, dass er ihn gerade..
Kaspar rüttelte ihn. „Meister, Du redest im Schlaf und bist ganz Nass auf der Stirn.“ Der Traum war an der entscheidenden Stelle unterbrochen. Balthasar schnaufte tief. Lange blickte er in die Flammen und sagte dann „langsam wird mir das alles zu viel, ich überlege umzukehren. Die letzen Tage waren Erlebnis genug.“ Der Eselkopf lag unverändert in gekrümmter Position, hatte aber die Augen geöffnet und blickte scharfsinnig auf den jungen Farbigen. „Du brauchst Ablenkung!“ flüsterte er. „Ein Lied!“ rief Awnison aus einiger Entfernung. Im Kreis stand er mit Mika und Sisisba, ein Weihrauch-Knoblauch Duft umgab sie. „Nun schön, lasst hören“ antwortete Balthasar, fast schon königlich. Kühl und ernst stand er jetzt kerzengerade neben seinem Lagerplatz und blickte weise in die Nacht hinaus. Die drei stimmten in einen fröhlichen Gesang: „Immer wieder Du, ja Du, nur Du, Duuuuuuu, immer wieder, ja ja, Du Du, Du nur, ja. Duuuuuuu, Lalala, Du nur, ja, ja ja, Du Du. Du nur, ja.“. Kaspar trommelte dazu mit Holzscheiten den äthiopischen Takt. Melchior brummte und tippte mit dem Fuß.

14

Gerade als Kaspar sich mithilfe seines Schlaginstrumentes in Trance geklopft hatte, erschien eine Lichtgestalt vor seinem inneren Auge rechts. Er pfiff zwischen die Zähne und trommelte schwächer. Die Anderen sangen inzwischen so laut, dass sie die Taktschläge vernachlässigten. Das Stück Licht begann mit dem Kleinwarenhändler zu reden wie mit einem Geistesgestörten. Kaspar lauschte und schwieg. „Du bist ein toller Typ! Du bist ein toller Typ! DIR ist der Heiland geboren, Klappmesser!!“ Kaspar sah die Sterne, die ägyptische Sklaven wenige Momente zuvor in den Traumbegegnungen Balthasars vom Himmel klaubten, in der Gestalt eines riesenhaften Schnullers über einer Holzkrippe. Es war ein erhebendes Gefühl, voll Pathos und Weltschmerz. Kaspar fühlte, dass er in jenem Moment erkannte, was er viel eher hätte begreifen müssen. Nun erst wurde ihm klar, warum man ihn diese Reise machen ließ. Er glaubte für einen Moment zu wissen, was die Erde im Innersten zusammenhält: die Holzkrippe, der riesige Schnuller. Kaspar erwachte, trommelte irre bis die Anderen ihren äthiopischen Schlager unterbrachen und schrie: „Freunde, ich muss Euch etwas sagen!! Mir ist gerade ein Engel erschienen!“ Melchior horchte auf. Wenn von einem Engel die Rede war, konnte es etwas mit seiner Vision zu tun haben. Er kannte die Schrift und Engel waren ihm nicht fremd. Vielleicht sollte ihnen der zarte, feminine Mund Kaspars verkünden, warum sie sich hatten aufmachen müssen, diese lange und anstrengende Reise auf sich zu nehmen. Kaspar: „Ich bin Vater geworden!“ – Melchior schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und sank in die Knie. Entweder hatte er es hier mit einem Stümper aus einer dieser modernen Offenbarungs-Sekten zu tun, der sich wichtig tun wollte, oder der Herr hatte ihn und die Anderen aufgrund einer völlig belanglosen, lächerlichen Sache auf den Weg geschickt. Die Geburt eines Kleinwarenhändlerkindes war weiß Gott kein Grund, einen Papyrusschrieb auf dem Körper einer Entjungferten zu (de)platzieren und daraufhin eine tagelange Wanderung zu verordnen, wenn auch die eine oder andere bewusstseinserweiternde Weihrauchorgie dabei gewesen war, das musste der Alte zugeben. Balthasar indes war nicht weniger verzweifelt. Sollte das wirklich alles gewesen sein? Er fetzte Kaspar die Federboa vom Kopf, die er sich wieder einmal einverleibt hatte, und schnäuzte in sie hinein. Für den Rest der Reise sollte er sie behalten dürfen...

15

Die Jungs waren verstummt. Sisisba ging als erstes. Das sollte nun alles gewesen sein? Enttäuscht trank er eine der beiden Ziegen leer und ging wortlos in die Wüste. Er hatte sich selbst entlassen. Mika zeriss nun auch sein leinenes Unterhemd und trat den Ba’alspropheten bei, die just in diesem Moment die Kreuzung passierten. Die schwer gezeichneten Gesichter der vier übriggebliebenen durften sich erst Stunden später ausruhen. Sie mussten entscheiden, ob es sich noch weiterlohnt den Zielort anzustreben. Nicht einmal Kaspar war besonders interessiert an der Geburt seines Sohnes. In der damaligen Zeit kam so etwas einfach zu häufig vor. Da Melchior irgendwann „nichts halbes und nichts ganzes“ gehustet hatte, waren sie zum Entschluss gelangt am Morgen des siebten Reisetages weiterzuziehen. Zwei Tage lang irrten sie schlecht gelaunt umher. Sie irrten, da sich Melchiors Zustand rapide verschlechterte. Er konnte sich an nichts erinnern. Am Horeb sahen sie, wie sich die Wolke niederließ. Daraufhin legten auch sie sich einen Tag nieder. Als die Wolke aber weiterhin faul blieb und wenig Interesse zeigte weiterzuziehen, brachen sie alleine auf, um irgendwie noch einen Sinn ihrer Unternehmung zu suchen. Faul rumliegen war zwar nett, half aber nicht. Als sie am Tag vor der Ankündigung Melchiors – die sich nun lediglich auf die Geburt des Kasparsohnes bezogen hatte – endlich das Tote Meer ereichten kam es zur Krönung: Die Bibliothekshöhlen waren in einen Alterswohnsitz umfunktioniert worden. Der Anstaltsleiter – ein gemeiner Philister mit dem Namen Bushehr – zeigte sich ernstlich besorgt um Melchior. Nach wenigen Worten war dieser überzeugt zu bleiben. Balthasar, Kaspar und Awnison konnten nicht wiedersprechen, zu gekrümmt und hilflos sah der Eselkopf aus. Gemeinsam hoben sie ihn in eine Hängematte im dritten Stock. Melchior legte gleich einen Gemütlichkeitsblick auf und verabschiedete die drei mit einer Handbewegung. Danach puzzelte er sofort an ein paar Jesajafragmenten, die sein Vorgänger wohl in der Matte gelassen hatte und die nun völlig in Unordnung geraten waren. Als die drei den Raum verließen hörten sie nur noch den Ausruf „Sterne, pah, so ein Quatsch. Brauch niemand!“.
Da der Respekt vorm Alter nun nicht mehr gefordert war rülpste Awnison beim verlassen der Höhle Kaspar respektlos ins Gesicht und fragte herablassend „Haste überhaupt schon mal ne Jungfrau probiert?“. Kaspar war außer sich. Innerlich tobte er. Balthasar sah es. „Was solls“ sagte der Fürst, „lass es endlich einmal raus!“ Das ließ sich Kaspar nicht zweimal sagen. Ratz fatz nahm er Awnison und knotete ihn in eine Schlinge, die passend am Wegesrand lag. Nach fünf Minuten tat es ihm leid. Er heulte. Doch da war es zu spät. Der Knoten war zu gut. Awnison konnte nicht befreit werden. „Wir brauchen Hilfe“ stellte Balthasar fest. Nach einer Weile kamen zwei Schriftgelehrte vorbei. Die hatten das nötige Messer, wollten es aber nicht einsetzen. „Dann müsst ihr jetzt für uns einspringen“ rief Balthasar. „Wenn Kaspar wirklich noch nie eine Jungfrau von unten gesehen hat, ist die Sache vielleicht doch spannender als gedacht. Sein Sohn jedenfalls kann es dann nicht sein.“ So kam es, dass Awnison und Balthasar ihre Kleider auszogen, um sie den Schriftgelehrten überzuwerfen. „Ihr müsst uns vertreten. Bitte! Ich bleibe bei Awnison, bis der Samariter kommt“ sagte der ehemalige Anführer und schmierte den einen Schriftgelehrten mit Schuhcreme ein. „Behaupte Du bist Balthasar, ein Negerkönig aus dem fernen Morgenland.“ Als er dem anderen versuchen wollte zu erklären, dass er Awnison sei, schritt der gefesselte selbst gerührt ein und sagte: „Nein, sach einfach Du bist Melchior, der hat es verdient. Irgendwie.“ Tränenreich verabschiedeten sich die Freunde vom zipfelmützigen Kasper. Als Ritual nahm Balthasar Kaspar die Zipfelmütze ab und schüttete Totes-Meer-Salz hinein, um es für später aufzubewahren. Dafür kramte er eine Wollmütze heraus und setzte sie dem weichlichen Kleinwarenhändler auf die Stirn. „Lebt wohl“ sprach er und hielt fest die Hand seines gefesselten Freundes. Kaspar ging mit seinem Warenbeutel hinter den beiden Fremden, die noch kein Wort gesagt hatten, her und schnatterte Gänseähnlich hinter einer Kaktuskurve „Der Samariter kommt. Bestimmt!“. Dann verschwanden die wunderlichen Drei und gingen ihrer Wege. Die beiden Freunde aber blieben am Wegesrand vor der untergehenden Sonne, wie um gemalt zu werden. Balthasar wimmerte „Wenn Debre doch hier wäre..“. Awnison tröstete ihn: „Debre, Debre. Für mich bist Du der Held dieser Geschichte. Auch wenn Du wirklich überhaupt gar nichts erreicht hast.“

Kommentare

Anonym hat gesagt…
puh, ganz schön viel lesestoff ! und scheiße ist er, das glaubt mir ja wieder keiner...
Anonym hat gesagt…
doch

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Gitarre

Am 17.02.2011 ging Walther Benarsky in Sölden zu dem Gitarrenbauer Franz Merten. Benarsky betrat den Laden, schaute sich ein wenig um, freute sich und schritt sodann zum Verkaufstresen: „Guten Tag, mein Name ist Benarsky, wir hatten telefoniert.“ Darauf der Gitarrenbauer: „Benarsky, Benarsky, genau, Benarsky! Tut mir leid, ich war gedanklich noch woanders. Genau, ich hole gleich mal ihre Gitarre, sie ist tatsächlich erst gestern Abend fertig geworden. Aber schön ist sie.“ Sodann verschwand er in einen kleinen Hinterraum. Er pfiff fröhlich die Melodie des Horst-Wessel-Liedes.

Zwei Jahre DER KREM

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder!
Es ist mir – davon bin ich überzeugt – eine Ehre, heute hier an meinem Computer zu sitzen und Ihnen diese Rede zu schreiben. Als technikaffiner Akademiker mit Do-it-yourself-Mentalität stehe ich dem Internet offen gegenüber. Mehr noch: Als Mensch ohne Migrationshintergrund bin ich (auch fachlich) interessiert, wie Informationsströme Grenzen überwinden und dabei soziale Prozesse auslösen. Damit nicht genug: Als besorgter Bürger mache ich mir Sorgen um unsere Sicherheit. Praktisch: Als gelernter Hubschrauberpilot kann ich Hubschrauber fliegen. Heute aber spreche ich zu Ihnen als der Techniksoziologe, der sich mit Leib und Seele der Techniksoziologie verschrieben hat. Gestatten, mein Name ist Kiter Verbel.

Ein Tag der Gotik

Bernd und Wumpe waren die ersten auf der Baustelle. Halb acht war gerade durch, beide frühstückten, die Sonne strahlte in den Rohbau des Kaufhauses. Die unverputzen Wände wie auch all die anderen unzähligen baustellentypischen Dinge rochen stark nach Unfertigkeit. „Es gibt hier noch viel zu tun!“, hätte über dem Szenario stehen können. Wumpe hatte soeben seine Stinkekäsestulle aufgegessen, da ging er vor die noch eingeschweißte Rolltreppe und stellte mit Entsetzen fest, wie häßlich er den gesamten Bau doch fand. Bernd verstand das nicht. Bernd verstand selten etwas. „Wieso häßlich?“, fragte er. „Naja, guck dir das doch mal alles an. Das sieht hier doch total nach Plastikschrott aus“, erwiderte Wumpe.