Freitag, 7. November 2014

Die Hochzeit, die bombardiert werden sollte, oder Wie im Geschichtentitel schon alles verraten wird


Umm' Ruqayyah Wahshiyah Bint Muhammad, genannt Umm' Ruqayyah Wahshiyah Bint Muhammad, betrat die Tür. Die Soldaten guckten entsetzt. Was sie gerade gesagt hatte, war der Grund dafür.
Doch von Anfang an. Obwohl, an sich ist das der Anfang. Sie sagte folgendes: „Bitte bombardieren Sie die Hochzeit meiner Tochter!“1 Die Soldaten guckten entsetzt. „Wie sind Sie hier überhaupt reingekommen?“, fragte sie der diensthabende Oberst. „Spielt das eine Rolle?“, fragte sie ungewöhnlich selbstbewußt. „Naja ...“ „Ach, jetzt sind Sie ja schon mal da“, sprach der Feldwebel in Amtsanmaßung, „setzen Sie sich und trinken Sie eine Tasse Tee mit uns.“ „Gern“, sprach Wahshiyah. Die amerikanischen Soldaten gaben der afghanischen Frau Tee.
„Also“, sprach sie, in einem Militärlager der US-amerikanischen Streitkräfte nahe Kabul sitzend, „meine Tochter heiratet diesen Freitag. Leider ist er ein ziemliches Schwein. Ich kann nicht zulassen, daß meine Tochter diesen Mann heiratet. Daher bitte ich sie: Bombardieren Sie diese Hochzeit!“


Skulptur vor der Thomaskirche in Leipzig

„Gnä' Frau“, sagte unpassend der Oberst, „wir können doch nicht einfach eine Hochzeit bombardieren, wo kämen wir denn da hin?“ „Was wird außerdem“, ergänzte klug der Feldwebel, „aus ihrer Tochter?“ „Um die machen Sie sich mal keine Sorge. Sie wird nicht dabei sein.“ „Häh?“, war die Entgegnung des Oberst (natürlich!), „aber es ist doch ihre Hochzeit?“ „Ja, aber in der Auslegung des Koran, wie sie durch die radikal-islamischen Taliban praktiziert wird, gibt es eine Tradition Schrägstrich Rechtsvorschrift, daß die Frau nicht zur Hochzeit erscheinen muß, um verheiratet zu werden. Das ist meistens praktisch, weil die gar nicht heiraten will (bzw. nicht den betreffenden Bräutigam). Daran sehen Sie schon, was mein Problem ist.“ „OK, sie wollen also, daß wir diese Hochzeit bombardieren. Wie kommen Sie eigentlich darauf? Ich meine, wir sind doch keine verdammte Sprengfirma!“ (Das war wieder der Oberst.) „Das stimmt, aber Sie haben ja doch reichlich Erfahrung darin, Hochzeiten zu ,sprengen', im wahrsten Sinne des Wortes, hihi.“ „Das ist ein schwerer Vorwurf, den Sie da hervorbringen. Es ist nicht so, daß die Vereinigten Staaten absichtlich Hochzeiten bombardieren würden. Vielmehr handelte es sich um bedauerliche Versehen.“ „Ja, ist klar, da lachen ja die Hühner!“ „Doch, es stimmt wirklich: Wir bombardieren keine Hochzeiten.“ (Wer das sagte, weiß ich nicht mehr, kann mich nicht mehr erinnern, war nicht dabei, ist doch auch egal!) „Naa guut ...“, sagte die Frau gedehnt. „Was wäre, wenn ich Ihnen sage, daß der Bräutigam ein international gesuchter Top-Terrorist ist? Und er hat natürlich andere Top-Terroristen zu seiner Hochzeit eingeladen, ist ja klar.“ „Waas, echt, wieso haben Sie das nicht gleich … Warten Sie mal! Da ist doch was faul! Was, wenn Sie sich das jetzt gerade nur ausdenken?“ „Tja, das wäre ein geschickter Schachzug von mir, wie? Ich schlage Ihnen was vor: Warum fragen Sie nicht mal bei der CIA nach? Die haben bestimmt die gleichen Informationen wie ich! Also, die Hochzeit findet wie gesagt am Freitag statt, in der Bin-Laden-Straße 18, 45789 Kabul. So, ich muß los, sonst schlägt mich mein Mann. Bis die Tage!“
Sie ging. Sofort wählte der Oberst am Telefon eine Nummer, was dazu führte, daß es am anderen Ende klingelte und einer von der CIA ranging. „Hallo, hier ist die CIA, was kann ich für Sie tun?“ „Hallo, hier ist Oberst Kozzebröken, US Army Base in der Nähe von Kabul. Ich komme gleich zur Sache: Wißt ihr was über eine Terroristen-Hochzeit in Kabul am Wochenende?“ „Warten Sie, ich schau mal in den Computer.“ Es erklang eine Wartemelodie („Mr. Spaceman“ von The Byrds). „Hallo, hören Sie?“, fragte der CIA-Mann nach etwa drei Minuten. „Ja?“ „Also, wir haben auch kürzlich entsprechende Informationen erhalten. Wir wollten Ihnen auch noch bescheidsagen, aber jetzt hat sich das ja erledigt. Die Hochzeit soll am Freitag in der Bin-Laden-Straße 18 in Kabul stattfinden.“ „Dann sind wir ja schon zu zweit. Scheint also was dran zu sein.“ „Ja, klingt, glaubwürdig. Da sollten Sie was unternehmen!“ Danke und tschüß!“, sagte der Oberst. „Tja, eins zu null für die Dame! Die CIA hält die Information für glaubwürdig.“ „Na gut, ich schätze, dann machen wir's“, sagte abschließend der Feldwebel.
Am darauffolgenden Freitag bombardierte ein Flugzeug der US Airforce eine Hochzeit in der Bin-Laden-Straße 18 in Kabul. Es waren, wie sich später herausstellte, keine Terroristen anwesend.
Diese hochintelligente Frau ist heute Präsidentin Afghanistans.2

1Der Einfachheit halber sprechen alle Protagonisten deutsch.
2Dieser Text sollte eigentlich in der Zukunft erscheinen, daher stimmt der Satz.

Kommentare:

George McVimmely hat gesagt…

Was ist denn bitteschön mit dem KREM los? Seit wann wird hier über Dinge geschrieben, die im entferntesten etwas mit der Realität zu tun haben und wann habt ihr das Feld der Graphik entdeckt??

Agnieszka Hofmanowa hat gesagt…

Entschuldigen Sie mal, was für einen Vorwurf lese ich denn da zwischen den Zeilen? Wir waren schon immer graphisch, anfangs zurückhaltend-schüchtern, jetzt zunehmend sicher, ja, fast fordernd.

Hofmanowa
- Graphik-Beauftragte -

Gerd von Rehlenhoff hat gesagt…

Entschuldigen Sie mal, was für einen Vorwurf lese ich denn da zwischen den Zeilen? Wir waren schon immer auf Realität konzentriert, allerdings gilt bei uns nun mal die Maxime "Inhalt vor Realität". Nur um das mal einzuordnen.

Gruß, Gerd von Rehlenhoff

- Realitäts-Beauftragter DER KREM -

George McVimmely hat gesagt…

Hab jetzt verstanden^^ (zwinker zwinker)

Junge Gemeinde Barmen-Elberfeld hat gesagt…

Sagt mal, geht's noch? Euer Wald wird geredet und ihr bringt so eine belanglose Geschichte? Ich muß mich doch sehr wundern.

Shanty-Chor "Hildegard von Bingen" hat gesagt…

Ruhig Blut, junge Gemeinde!

Jens Kremer hat gesagt…

Ey wißt ihr was heute für nen Tag ist?
Heute ist mein Geburtstag!

Igel Pauer hat gesagt…

Hey, Junge Gemeinde, du bist als Gegenstand eine eigene Person?

Junge Gemeinde Barmen-Elberfeld hat gesagt…

WTF? Nein, ich bin der Admin, du Opfer!

Briegitte Golff hat gesagt…

Schnauze du Sack!

Felia Schönnenzumpel hat gesagt…

@Jens: Alles Gute, feier schön :-)

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